Stadt Osnabrück, Büro für Friedenskultur
In Zusammenarbeit mit regionalen Institutionen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit hat die Stadt Osnabrück eine viermonatige Veranstaltungsreihe zum Thema „Afrika“ durchgeführt. Damit sollten der interkulturelle Austausch sowie die Kenntnis und das Interesse an der vielfältigen afrikanischen Kultur gefördert werden. Dazu trugen auch die geladenen Gäste aus Politik, Kirche, Forschung, Medien und Kultur bei, von denen einige aus Afrika angereist sind. So zum Beispiel Denis Goldberg (zweites Foto), ein wesentlicher politischer Mitstreiter Nelson Mandelas.
Das breite Angebot, u.a. bestehend aus Ausstellungen, einem Afrika-Markt und Lesungen, ermöglicht ein differenziertes Afrikabild. Die lange Dauer der Veranstaltungsreihe trug zu einer stetigen Präsenz des Themas und damit zur Sensibilisierung der Bevölkerung bei. So konnten mehrere zehntausend Besucher begrüßt werden.
Da die Stiftung besonders an der entwicklungspolitischen Bildung der Jugend interessiert ist, hat sie vor allem Projektbausteine gefördert, die auf die entwicklungspolitische Bildungsarbeit bei Schülern zielten.
Das Projekt zeichnet sich auch dadurch aus, dass die ehrenamtlich Engagierten dutzender Institutionen einen Großteil der mit der Veranstaltungsreihe verbundenen Aufgaben leisteten.
(www.osnabrueck.de/13087.asp)
VEN e.V., Hannover
Der Projektträger bietet mit einem neuen Internetauftritt die Möglichkeit, alle entwicklungspolitischen Partnerschaften, Initiativen und Aktivitäten in Niedersachsen zu finden und Hilfen für eine Schulpartnerschaft o.ä. zu bieten. Damit zielt das Vorhaben auf eine verbesserte niedersachsenweite Vernetzung, Beratung und Synergie ab, von denen öffentliche Stellen, politische Vertreter, Schulen, Kommunen, Kirchen, Wirtschaftsakteure und NROs profitieren.
(www.ven-nds.de)
Lernen-Helfen-Leben e.V., Vechta
In Kooperation mit der Landwirtschaftlichen Hochschule in der Hauptstadt N´Djamena führte der Projektträger zwei mehrtägige Schulungen mit lokalen Kleinbauern durch, um ihnen die Kenntnisse zur Erzeugung von Kompost zu vermitteln. Die theoretische Basis schafft ein in Deutschland ausgebildeter Diplom-Agraringenieur. Die Vermittlung des praktischen Wissens erfolgt durch Kleinbauern, welche die Kompostherstellung bereits ausüben. Diese Kommunikation von Gleich zu Gleich hat sich als Erfolg versprechend erwiesen.
Die Kompostierung führt zu geringerem Düngemitteleinsatz und damit zu geringeren Kosten. Gleichzeitig können weiterhin erhöhte Erträge erzielt werden. Die Verwendung von Kompost ist eine ökologische Möglichkeit der Nährstoffanreicherung im Boden. Insbesondere in wenig humiden Regionen und im Falle tropischer Böden, wie sie im Süden des Tschads vorkommen, ist eine regelmäßige Nährstoffzufuhr notwendig, um die agrarwirtschaftliche Nutzung und damit die Ernährungssicherung aufrecht zu erhalten.
(www.l-h-l.org)
Verein zur Förderung der Partnerschaft mit den Mujeres Mayas e.V., Güntersen
Die sehr hohe Kinder- und Müttersterblichkeit in der guatemaltekischen Projektregion rund um Comalapa resultiert aus einer defizitären und räumlich schwer erreichbaren Gesundheitsversorgung.
Durch die Erweiterung einer bereits vorhandenen Klinik um eine Geburtsklinik wird hier in gewissem Umfang Abhilfe geschaffen. Die Stiftung fördert diese Bautätigkeiten.
Neben der Betreuung von Schwangerschaften und der Durchführung gynäkologischer Untersuchungen werden Risikoentbindungen begleitet. Für diese komplizierten Fälle werden besonders qualifiziertes Personal und eine gute medizinische Ausstattung gebraucht. Beides ist in der Region sonst kaum vorzufinden. Darüber hinaus hebt sich die Klinik gegenüber anderen hervor, weil sie über Methoden der Empfängnisverhütung und der Säuglingspflege sowie -ernährung informiert. Die Arbeit der äußerst motivierten Mitglieder einer lokalen Hebammenorganisation wird durch deutsche Ärzte, Medikamente und Gerätschaften unterstützt. Eine breit aufgestellte Finanzierung, zu der auch die Erhebung einer geringfügigen Behandlungsgebühr gehört, sichert die Nachhaltigkeit des Projektes.
(www.vmm-codimm.de)
Auf Grund der mangelnden Anpassung an die ökologischen sowie klimatischen Verhältnisse hatten die Kleinbauern des in Nicaragua liegenden Projektgebiets Ernteausfälle zu verkraften. Unter anderem sind ihre Ackerflächen regelmäßig überschwemmt worden. Zur Minimierung der existenzgefährdenden Auswirkungen initiierte der Projektträger ein Vorhaben der Agroforstwirtschaft.
Auf den Flächen der Kleinbauern wird gleichzeitig Vieh gehalten und Futterbäume angepflanzt. Die Futterbäume sind bezüglich der Wetterverhältnisse wenig anfällig und bieten den Rindern, Schafen und Ziegen über die Baumblätter und die Rinde von abgeschlagenen Zweigen eine nährstoffreiche Nahrungsergänzung. Gegenüber einer reinen Weidehaltung liegt die Milchproduktion und Fertilitätsquote der Tiere höher. Die Früchte tragenden Bäume liefern weitere Agrarerzeugnisse und Brennmaterial. Letztgenanntes wird durch tierischen Dung des Milchviehs ergänzt, was die natürlichen Ressourcen schont. Dazu werden fünfzehn Kleinbauern der Region Tola von dem lokalen Projektpartner in der Anlage und Pflege der Futterbaumgärten sowie der Haltung von Milchvieh geschult.
Die zu Hunderten gepflanzten Bäume haben auch eine positive klimatische und ökologische Funktion. So erhöht sich die Fruchtbarkeit und Wasserhaltekapazität des Bodens, was dem Absinken des Grundwasserpegels entgegenwirkt und Überschwemmungen verhindern hilft. Das Projekt wird Zug um Zug ausgeweitet, indem die begünstigten Familien einen Anteil ihres Ertrags dem Projektträger zur Verfügung stellen, womit dieser weitere Familien mit Zaunbaumaterialien, Saatgut und Milchvieh ausstatten kann. Den Anstoß zu dieser sich selbst tragenden Projektstruktur gab eine einjährige Förderung durch die Niedersächsische Bingostiftung.
Weitere Infos unter: http://www.inpn.de/
In Kanyakumari, einer im Jahr 2004 vom Tsunami heimgesuchten Region Indiens, liegt die Haupteinnahmequelle der Bewohner im Fischfang und dem Abbau sowie der Verarbeitung von Muschelkalk. Nachdem die Bewohner die Mangrovenwälder der Region zwecks Gewinnung von Feuerholz weitestgehend abgeholzt haben, hatte die Küste den Flutwellen nur noch wenig entgegenzusetzen. Die mit der Entwaldung einhergehende
Küstenerosion führt zu einer Versandung der Muschelkalkbestände, wodurch der Bevölkerung die Einkommensgrundlage entzogen wurde. In 20 Dörfern der Region wird darauf mit einer umfassenden Aufklärungskampagne und Aufforstungsmaßnahmen an den Küsten reagiert. Zur Erreichung eines bewussteren Umgangs mit den vor Ort vorhandenen Ressourcen führt der Antragssteller mit der heranwachsenden Generation Umweltbildungsmaßnahmen durch und fördert ihre Ausbildung durch Förderunterricht. Auf diesem Weg werden ihnen Berufe zugänglich, durch welche eine Abkehr vom Abbau natürlicher Ressourcen möglich ist. Mit diesem Bewusstsein wenden sich die Heranwachsenden nun an die Erwachsenen ihres Dorfes, um ihnen die Zukunftsprobleme aus ihrer Sicht vor Augen zu führen. Die Ergebnisse des Projektes fließen weiterhin auf verschiedenen methodischen Wegen in die entwicklungspolitische Bildungsarbeit des Projektträgers in Deutschland ein. Unter anderem wird Schülern das Projekt in Form eines Theaterstücks erläutert und sie so für die Belange der Altersgenossen in Indien sensibilisiert.
Weitere Infos unter: http://www.tdh.de
Ein weiteres positives Beispiel, Ergebnisse aus der Arbeit in Niedersachsen mit denen aus einem Projekt in einem Entwicklungsland zu verbinden, stellt das Projekt Afrika macht Schule dar. Auf Basis der Kooperation zwischen dem Historischen Seminar der Leibniz Universität in Hannover und der Historischen Fakultät der
Universität in Dakar (Senegal) findet ein interkultureller wissenschaftlicher Austausch statt. Die in den Senegal reisenden Dozenten und Studenten entwickeln mit senegalesischen Pädagogen der Universität und mehreren Schulen Unterrichtsmaterialien, die ein realistischeres Afrika- und Europabild widergeben, wodurch die Kinder Respekt gegenüber ihrem eigenen und dem fremden Land entwickeln sollen. Sowohl im Senegal als auch in Deutschland wird unter Einbeziehung der zuständigen Behörden zum gleichen Thema eine Lehrerfortbildung durchgeführt. Die Ergebnisse fließen in weitere Fortbildungsangebote ein.
In beiden Ländern werden zudem Schüler aktiviert, jeweils eine Wanderausstellung zu entwickeln, die stereotypische Betrachtungsweisen zu den Kontinenten Afrika und Europa durch neue ersetzen soll. So soll der Abbau von Vorurteilen aber auch ein gestärktes Selbstbewusstsein für das eigene Engagement im Heimatland erreicht werden. Die Erarbeitung wird von Wissenschaftlern und Museumsreferenten begleitet. Das Ergebnis wird unter anderem im Niedersächsischen Landesmuseum ausgestellt.
Die veränderte Schwerpunktsetzung eines im Senegal existierenden Bildungszentrums soll zudem über seine Bildungsmaßnahmen und Diskussionsangebote zum Verbleib im eigenen Land und zum Engagement in diesem motivieren.
Weitere Infos unter: http://www.africa-info.de/content/view/74/29/lang,de/
und http://www.afrika-macht-schule.de/