Am 3. Juni 2002 setzte die Verleihung des Umweltpreises 2002 der Niedersächsischen Umweltstiftung, übergeben von ihrem Vorsitzenden und damaligen Umweltminister Jüttner und moderiert von Sabine Steuernagel, NDR-TV, einen gelungenen Schlusspunkt unter die Veranstaltung "Niedersachsen gestalten Zukunft".
"Mit dem diesjährigen Umweltpreis zeichnen wir gezielt kommunale Projekte und Initiativen aus, die sich in besonderer Weise für die Umsetzung der Agenda 21 in Niedersachsen engagieren", sagte Jüttner bei der Übergabe der Urkunden.
Der mit 5.000 Euro dotierte erste Preis ging an den Agenda 21 - Förderverein in Diepholz e. V., dem es in den vergangenen fünf Jahren vorbildlich gelungen ist, oft als abstrakt empfundenen Inhalte der Agenda 21 für jedermann erlebbar und erfahrbar zu machen. "Nicht nur in seiner sehr konkreten und vielfältigen Projektorientierung, sondern auch mit seiner langfristig angelegten Organisationsstruktur und breiter Bürgerbeteiligung hat der Diepholzer Agenda 21-Prozess weit über die Region hinaus Vorbildcharakter", hob Minister Jüttner in seiner Laudatio hervor. Die Zusammenarbeit zwischen Förderverein und der Stadt Diepholz werde seit 1998 per Kooperationsvertrag geregelt und sei von Anfang an erfreulich offen und konstruktiv gewesen.
Den zweiten Preis von 4.000 Euro erhielt das Gymnasium Marianum Meppen für die Realisierung des kooperativen Modellprojektes "Facharbeiten-Sammlung zur Lokalen Agenda 21". Das Projekt entstand im Rahmen des Leistungskurses Erdkunde und wurde von der Stadt Meppen und dem Landkreis Emsland unterstützt. "Mit der Veröffentlichung von 17 Facharbeiten und durch Vorträge zu Themen wie Abfallentsorgung, Verkehr, Klimaschutz oder Konsumverhalten beteiligen sich die Schülerinnen und Schüler äußerst wirkungsvoll am Agenda 21-Kommunikationsprozess", lobte der Vorsitzende der Niedersächsischen Umweltstiftung. "Sie beweisen damit, dass Nachhaltigkeit keine bloße Worthülse ist, sondern durch konkrete Recherche und Analyse mit Inhalten gefüllt werden kann, die alle Bürgerinnen und Bürger angehen."
Den dritten Preis in Höhe von 1.000 Euro bekam die Stadt Göttingen, Umweltamt und Stadtreinigung, für den Göttinger Warentauschtag, der unter dem Motto "tauschen statt wegwerfen" seit 1996 gemeinsam mit zwei sozialen Betrieben durchgeführt wird. Der Warentauschtag erfülle nicht nur die sozialen Anforderungen der Agenda 21, sondern trägt auch erheblich zur Abfallvermeidung bei.
Jan Teerling aus Wagenfeld-Ströhen war der diesjährige Empfänger des Ehrenpreises, der erneut von der kestnergesellschaft gestiftet wurde. Jan Teerling hat sich insbesondere durch seinen langjährigen Einsatz für das Naturschutzprojekt in der Diepholzer Moorniederung Anerkennung verdient. Mit seinem 1975 gegründeten Schäferhof trägt er zum Erhalt der Moorschnuckenrasse bei und sichert durch eine extensive Beweidung die historische Kulturlandschaft. Lange vor Rio hat Jan Teerling mit seinem Schäferhof ein Zeichen für eine nachhaltige Landwirtschaft und den Erhalt biologischer Vielfalt gesetzt.