Beispielprojekte

Umwelt- und Naturschutz
Entwicklungszusammenarbeit
Denkmalpflege

Liebe Antragstellerinnen und Antragsteller,

auf dieser Seite erhalten Sie eine kleine Übersicht von Beispielprojekten für den Förderbereich Denkmalpflege, die wir Ihnen gerne vorstellen möchten. Die Beispielprojekte sollen zeigen, welche Projektideen die Stiftung fördert und auf welche Qualitätskriterien die Stiftung besonderen Wert legt. Einige der Beispiele beinhalten mehrere förderfähige Kriterien und Maßnahmen. Die Stiftung fördert aber ebenso gerne kleine Projekte, die sich auf eine Maßnahme beschränken. Hier zählt vor allem Qualität statt Quantität. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Ihr Projekt nicht alle Aspekte (zu hundert Prozent) erfüllt. Ihr Projekt sollte im Rahmen Ihrer Möglichkeiten gestaltet sein, sodass eine erfolgreiche Umsetzung gewährleistet ist.

Bitte bedenken Sie auch, dass die aufgeführten Projekte nur eine Auswahl darstellen und keinesfalls abschließend sind. Sie dürfen immer gerne mit neuen Ideen an die Stiftung herantreten. Zu beachten sind im Vorfeld natürlich unsere Förderrichtlinie und die dazugehörigen Anlagen. Um die Förderfähigkeit Ihrer Projektidee zu prüfen, dürfen Sie gerne vorab eine Anfrage (info@bingo-umweltstiftung.de) stellen. Weitere Anregungen für Projektideen finden Sie auch in unseren Jahresberichten.

Entschlammung der Burggräben an der Burg Dinklage

Gesamtkosten: 59.333,- Euro

Bewilligte Fördersumme NBU: 20.000,- Euro

Projektlaufzeit: 01.08.2020 – 30.11.2020

Burg Dinklage ist eine heute noch bewohnte Burganlage, deren Anfänge bis ins 14. Jahrhundert zurückgehen. Da es den damaligen Erbauern, der Familie von Dinklage, verboten war, eine durch Mauern befestigte Burg zu errichten, haben sie die damaligen Burgen mit Wassergräben umgeben. Die heute noch erhaltenen Gebäude, die als Hauptburg oder Dietrichsburg bezeichnet wird, sind von zwei Wassergräben (Gräften) umgeben. Der Überlieferung nach ist die Burg zum Teil auf Eichenpfählen gegründet, so dass ein gleichbleibender Wasserstand zum Erhalt der Burg zwingend erforderlich ist. Durch Laubeinlagerungen und weitere Verschmutzungen waren die Gräften stel-lenweise stark verschlammt. Der Verein St. Hildegard-Schwesternschaft e. V. der Benediktinerinnenabtei Burg Dinklage hat daher das Projekt „Entschlammung der Burggräben an der Burg Dinklage“ gestartet. Die Instandsetzung der Gräftenanlage ist Bestandteil eines umfassenden Sanierungskonzepts für die gesamte Burganlage. So wurde u. a. bereits das Mühlengebäude der Burg saniert.

Fotos: St. Hildegard-Schwesternschaft e. V.

Ziel des Projektes war in erster Linie die Entschlammung und Reinigung der Gewässer, um die ökologische Qualität zu verbessern. Somit sollte ein artgerechter Lebensraum für Fische und andere Tiere wie zum Beispiel den Kammmolch erhalten bleiben und der Wasserverbrauch reduziert werden.

Das Projekt verbindet die Förderbereiche Denkmalpflege und Naturschutz. Die Entschlammung der Gräften der Burg Dinklage dient sowohl dem Erhalt der historischen Wassergräben als auch der Burggebäude selber, da für die Gründung aus Eichenpfählen ein gleichbleibender Wasserstand notwendig ist. Das Gesamtensemble der mittlerweile als Abtei genutzten und dadurch immer noch bewohnten Burganlage konnte somit erhalten bleiben und sowohl von den Bewohnern als auch von Besuchern erlebt werden. Weiterhin kommt dem Projekt eine ökologische Bedeutung zu. Die Gräften bieten durch die Entschlammung einen potentiellen Lebensraum für die auf dem Burggelände in diversen Kleingewässern nachgewiesene Kammmolch-Population.

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung förderte im Projekt anteilig die Sachkosten für die Entschlammung der Burggräben.

Reetdachsanierung des Treppenspeichers auf dem Hof Wulfsberg im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide

Gesamtkosten: 7.193,- Euro

Bewilligte Fördersumme NBU: 5.000,- Euro

Projektlaufzeit: 15.06.2018 – 30.11.2018

Der unter Denkmalschutz stehende Treppenspeicher auf dem Hof Wulfsberg bei Niederhaverbeck wurde 1750 errichtet und 1970 an seinen heutigen Standort versetzt. Der Hof mit seinem Haupthaus, dem früheren Heidschnuckenstall und dem Treppenspeicher dient der VNP-Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide als Anschauungsobjekt für die frühere Lebens- und Arbeitsweise der Heidebauern. Da das Reet des Treppenspeichers mit der Zeit dünn und abgängig geworden ist, musste das mit Reet eingedeckte Gebäude ein neues Dach erhalten. Die westliche Reetdachfläche und der First mussten dabei komplett erneuert werden, die östliche Reetdachfläche wurde nachgestopft und –gebunden. Zuvor wurden die nahe am Gebäude aufgewachsenen Gehölze entfernt. Diese haben das Reetdach in der Vergangenheit beschattet und die für das Trocknen des Daches notwendige Besonnung verhindert. Der Speicher steht zusammen mit den weiteren Gebäuden des Hofes als Gruppe (Ensemble) unter Denkmalschutz.

Fotos: VNP-Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide

Mit der Reetdachsanierung des Treppenspeichers, als ein Teil des Ensembles, sollte daher die langfristige Erhaltung der Hofanlage gesichert werden.

Die Bedeutung des Treppenspeichers sowie der weiteren Gebäude des Hofs sind ein wertvolles Zeugnis einer Kulturgeschichte bzw. einer Landschaftsnutzung, die dazu beigetragen hat, das Landschaftsbild der Lüneburger Heide maßgeblich zu gestalten. Auch heute noch wird der Speicher vom Antragsteller als Wirtschaftsgebäude für die Heidepflege bzw. -bewirtschaftung, entsprechend der historischen Nutzung, verwendet.

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung förderte im Projekt die Sachkosten für die Sanierung des Reetdaches.

Wiederherstellung des historischen Gartens Tammen und des Gartens zum Steinhaus in Bunderhee

Gesamtkosten: 512.427,- Euro

Bewilligte Fördersumme NBU: 22.000,- Euro

Projektlaufzeit: 01.10.2018 – 31.12.2019

Mit dem Projekt „Wiederherstellung des historischen Gartens Tammen und des Gartens zum Steinhaus in Bunderhee“ hat der Regionalverband Ostfriesiche Landschaft der parkartigen Gartenanlage mit ihren geschwungenen Wegen wieder zu neuem Glanz verholfen. Der Garten wurde um 1900 von dem niederländischen Gartenarchitekten Jan Vroom Senior um das historische Gulfhaus des Hofes im Stil des „Slingertuin“ erstellt, einer Variante des englischen Landschaftsgartens, die insbesondere in der niederländischen Provinz Groningen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr populär war. Die Gemeinde Bunde grenzt direkt an die Provinz Groningen. Parkanlagen dieser Art (insbesondere in Deutschland) existieren kaum noch, weshalb dem Gelände ein erheblicher denkmalpflegerischer Wert zukommt. Das Steinhaus Bunderhee wurde bereits 2010/2011 saniert und restauriert. Im Inneren können Besucher die Baugeschichte und die mittelalterliche Lebenswelt der oberen Schichten in Ostfriesland erfahren. Durch Veranstaltungen und Führungen besuchen jährlich 1000 Besucher das Haus.

Fotos: Regionalverband Ostfriesische Landschaft

Ziel des Projektes war es, die Gärten für die Öffentlichkeit nutz- und erlebbar zu machen – sowohl für Gäste des gastronomischen Betriebes im Gulfhaus Tammen als auch für Besucher des Steinhauses Bunderhee. Auch der heimischen Bevölkerung sowie lokalen Vereinen sollen die Gebäude und die Gärten für Veranstaltungen offenstehen.

Mit dem Projekt wurde ein besonderer historischer Garten aus der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert wiederhergestellt. Der ursprünglich als Slingertuin angelegte Garten besitzt aufgrund der räumlichen Nähe des Grundstücks zu der niederländischen Provinz Groningen, wo diese Gartenform damals populär war, und der Tatsache, dass sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden nicht mehr viele Gartenanlagen dieser Art erhalten geblieben sind, eine besondere Bedeutung. Ebenso ist die Einbindung sowie die Umgestaltung nach historischen Vorbildern des Gartens des bedeutenden Steinhauses Bunderhee lobenswert.

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung förderte im Projekt anteilig die Kosten für die Planung und Umsetzung der Gartenanlage.