Beispielprojekte

Umwelt- und Naturschutz
Entwicklungszusammenarbeit
Denkmalpflege

Liebe Antragstellerinnen und Antragsteller,

auf dieser Seite erhalten Sie eine kleine Übersicht von Beispielprojekten für den Förderbereich Entwicklungszusammenarbeit, die wir Ihnen gerne vorstellen möchten. Die Beispielprojekte sollen zeigen, welche Projektideen die Stiftung fördert und auf welche Qualitätskriterien die Stiftung besonderen Wert legt. Einige der Beispiele beinhalten mehrere förderfähige Kriterien und Maßnahmen. Die Stiftung fördert aber ebenso gerne kleine Projekte, die sich auf eine Maßnahme beschränken. Hier zählt vor allem Qualität statt Quantität. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Ihr Projekt nicht alle Aspekte (zu hundert Prozent) erfüllt. Ihr Projekt sollte im Rahmen Ihrer Möglichkeiten gestaltet sein, sodass eine erfolgreiche Umsetzung gewährleistet ist.

Bitte bedenken Sie auch, dass die aufgeführten Projekte nur eine Auswahl darstellen und keinesfalls abschließend sind. Sie dürfen immer gerne mit neuen Ideen an die Stiftung herantreten. Zu beachten sind im Vorfeld natürlich unsere Förderrichtlinie und die dazugehörigen Anlagen. Um die Förderfähigkeit Ihrer Projektidee zu prüfen, dürfen Sie gerne vorab eine Anfrage (info@bingo-umweltstiftung.de) stellen. Weitere Anregungen für Projektideen finden Sie auch in unseren Jahresberichten.

Ernährungssouveränität und sozioökonomische Resilienz zur Anpassung an den Klimwandel in Malawi

Gesamtkosten: 39.350,- Euro

Bewilligte Fördersumme NBU: 29.900,- Euro

Projektlaufzeit: 15.12.2019 – 31.12.2020

Die Youth for Sustainable Development Germany e. V. (YSDG) hat gemeinsam mit der gleichnamigen malawischen Nichtregierungsorganisation (YSDM) Kleinbauern in ländlichen Regionen Malawis dabei unterstützt, ihre Ernährungssouveränität und sozioökonomische Resilienz vor dem Hintergrund des Klimawandels zu verbessern. Im Rahmen von zwei Vorgängerprojekten wurden fünf Modellgemeinden ausgewählt und Kleinbauern dahingehend geschult, wie Anbaumethoden optimiert werden können und welche Nutzpflanzen dafür in Frage kommen. In jeder Gemeinde wurden lokale Koordinatoren benannt, die mitverantwortlich für die Umsetzung, Vernetzung und Multiplikation sind. Auf dieser Grundlage wurde die Züchtung und Haltung von Ziegen eingeführt. Zudem wurden Kooperativen gegründet, um den Marktzugang der Kleinbauern zu verbessern, deren Verhandlungspositionen zu stärken und Möglichkeiten für weitere Aktivitäten zur finanziellen Absicherung zu schaffen. Dafür erfolgte eine Schulung der Akteure im Rahmen verschiedener Workshops. Die Gemeinden wurden dabei kontinuierlich durch YSDM begleitet und unterstützt. Auch der Austausch zwischen den Gemeindeakteuren wurde durch regelmäßige Treffen gewährleistet. Neben der Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt in Malawi wurde auch in Niedersachsen über das Projekt berichtet und Veranstaltungen zu den Themen Klimagerechtigkeit, Ernährung und Klima-Aktivismus durchgeführt.

Fotos: Youth for Sustainable Development Germany e. V.

Ziel des Projektes war es, in Malawi fünf Gemeinden dabei zu unterstützen, ihre Ernährungssouveränität und sozio-ökonomische Resilienz in Bezug auf den Klimawandel in der Landwirtschaft zu verbessern.

Das Projekt konnte nachhaltig die Ernährungssicherheit im Projektgebiet stärken und somit eine Verbesserung des Lebensstandards in ländlichen Räumen bewirken. Die Durchführung von Workshops und der Austausch über Netzwerke konnten theoretisches und praktisches Wissen vermitteln. Durch die begleitende Qualifizierung der Dorfbevölkerung, an der min. 50 % Frauen teilgenommen haben, wurde zudem die soziale und wirtschaftliche Emanzipation gestärkt. Durch die Projektmaßnahmen erlangten die Kleinbauern ein Bewusstsein für Aktivitäten und Prozesse, die die Umwelt beeinflussen und verstehen, welche Maßnahmen sie unternehmen können, um schädliche Einflüsse zu reduzieren, eine intakte Umwelt wiederherzustellen und die Nahrungsmittelproduktion zu verbessern. Eine Anpassung an den Klimawandel und Nachhaltigkeit sind somit gegeben.

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung förderte im Projekt die Sachkosten für die Hochbeete, die Gartengeräte und das Pflanzenmaterial sowie die Personalkosten für die Projektleitung.

Bambalouma-Schulbau und Beitrag zur Grund- und Fortbildung der Dorfbevölkerung

Gesamtkosten: 426.792,- Euro

Bewilligte Fördersumme NBU: 64.000,- Euro

Projektlaufzeit: 12.04.2019 – 31.12.2020

Der Verein Nachhaltig gegen Hunger – Contre la faim e. V. hat mit seinem Vorhaben die sechsjährige Grundschulbildung für mind. 600 Schülerinnen und Schüler im Dorf Bambalouma verbessert: Einerseits wurde die stark renovierungsbedürftige staatliche Schule, die für sechs Klassen ausgerichtet ist, renoviert. Zudem wurde aufgrund der hohen Nachfrage ein Neubau errichtet, der weitere sechs Klassenräume und einfache Lehrerunterkünfte bietet. Dies soll dazu beitragen, dass zukünftig maximal 50 Kinder in adäquat ausgestatteten Klassenräumen beschult werden können. Daneben wurde in der neuen Anlage ein Kindergarten mit einer Vorschule für mind. 90 Kinder integriert. Die Schule erhielt zudem einen gemauerten Brunnen, eine der Schulkapazität entsprechende Stromversorgung mit Photovoltaikanlage und Notstromgenerator, Sanitäranlagen, eine Kantine mit einem Gemüsegarten, um ca. 300 Personen zu versorgen, Verwaltungsräume sowie Außenflächen für sportliche Aktivitäten bzw. Pausenzeiten. Flankiert wurden diese baulichen Maßnahme von einer Bildungskampagne für die Dorfgemeinschaft zu den Themen Hygiene, Abfallvermeidung und -bewirtschaftung, Wassernutzung sowie Gartenbau. Die Gemeinde wurde über professionell qualifizierte Multiplikatoren, die aus der Mitte der Dorfgemeinschaft stammen, nachhaltig geschult.

Fotos: Verein Nachhaltig gegen Hunger – Contre la faim e. V.

Ziel des Projektes war es, einen Beitrag zur Verbesserung des dörflichen Lebens und der Grundbildung als integrierter Bestandteil und Voraussetzung für eine nachhaltige ländliche Entwicklung in dem Projektgebiet zu leisten.

Durch die Maßnahmen wurde nachhaltig die Ernährungssicherheit und Verbesserung des Lebensstandards in ländlichen Räumen durch Bildung gefördert. Mit dem Ausbau der staatlichen Schule können weitere Kinder des Dorfes eine Grundausbildung erhalten. Im Projekt war zudem eine begleitende Qualifizierung der Dorfbevölkerung vorgesehen, sodass 20 Multiplikatoren ausgebildet wurden, von denen 50 % Frauen waren, wodurch die wirtschaftliche Emanzipation gestärkt wurde.

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung förderte im Projekt anteilig die Sachkosten für den Schulneubau, die PV-Anlage, den Generator sowie die Fortbildungen.

GloboCut – Medienkoffer für Nachhaltigkeit und Globales Lernen

Gesamtkosten: 124.530,- Euro im ersten Projekt; 107.608,- Euro im zweiten Projekt

Bewilligte Fördersumme NBU: 38.700,- Euro im ersten Projekt; 18.400,- Euro im zweiten Projekt

Projektlaufzeit: 01.04.2017 – 31.12.2019; 01.01.2020 – 31.12.2022

Der Verein Gespa (Gesellschaft zur Förderung von Solidarität und Partnerschaft e. V. ) hat mit dem Projekt „GloboCut – Medienkoffer Globales Lernen“ ein Bildungs- und Medienangebot für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an Schulen und außer-schulischen Bildungseinrichtungen entwickelt. Das Angebot greift die Medienaffinität dieser Zielgruppe auf und verknüpft es mit dem Thema des Globalen Lernens. Den Zielgruppen wird als Grundlage ein multimedialer Medienkoffer zur Verfügung gestellt, der didaktisch geeignete Ton-, Bild-, Filmaufnahmen, begleitende Informationstexte und einen pädagogischen Leitfaden beinhaltet. Bilder und Sachinformationen auf Roll-ups und Postern ergänzen das Angebot. Das angebotene Themenspektrum wird die globale Bedeutung des Schutzes der natürlichen Lebensbedingungen, die Einhaltung der Menschenrechte und die Bekämpfung der Armut abdecken. Innerhalb des thematischen Rahmens formulieren die Schüler und Schülerinnen ihr eigenes Thema und beginnen mit der Umsetzung und Gestaltung von Filmbeiträgen. Die partizipativ gestalteten Filmbeiträge werden im Rahmen von Kinoveranstaltungen, öffentlichen Events an der Schule oder an anderen Bildungseinrichtungen veröffentlicht und zur Diskussion gestellt. Zudem übernehmen die Schüler Aufgaben bei der Organisation und Durchführung der Veranstaltungen. Der Medienkoffer wurde in einem zweiten Projekt weiterentwickelt, indem Erfahrungen und Erlebnisse aus aktuellen Klimaschutzprojekten eingebunden wurden.

Fotos: Gespa e. V.

Das im Medienkoffer zur Verfügung gestellte authentische Film-, Bild- und Tonmaterial soll es Schülern und Studenten erleichtern, komplexe und entwicklungspolitisch relevante Fragestellungen zu erfassen und zu bearbeiten und sich individuell mit Nachhaltigkeitsthemen auseinanderzusetzen. Perspektivisch soll sich im Laufe des Projektes, aus der Empathie für Menschen in Ländern des Globalen Südens, eine stärkere Teilnahme junger Menschen am gesellschaftlichen Diskurs entwickeln. Außerdem soll bei der Zielgruppe die Gestaltungs- und Medienkompetenz gefördert werden.

Mit dem Projekt wird entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit ermöglicht. Es findet eine Verknüpfung konkreter Südprojekte mit Bildungsarbeit im Norden statt. Das gewählte digitale Format ist zudem auf die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen angepasst und gibt ihnen die Möglichkeit, audio-visuelle Beiträge aktiv zu gestalten, sich mit den Ergebnissen zu identifizieren und sie über die eigenen sozialen Netzwerke zu kommunizieren. Mit Abschluss des Projektes erfolgt eine Auswertung, die auch die Qualität der Filmbeiträge und die Rückmeldungen der befragten Teilnehmer über Fragebögen und Einzelinterviews mit einbezieht.

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung förderte im Projekt anteilig die Sachkosten (u. a. für die Bildungsmaterialien) sowie Personalkosten für die Projektleitung.

Filmreihe Kino Global

Gesamtkosten: 3.450,- Euro im ersten Projekt; 1.160,- Euro im zweiten Projekt

Bewilligte Fördersumme NBU: 1.800,- Euro im ersten Projekt; 1.000,- Euro im zweiten Projekt

Projektlaufzeit: 01.08.2019 – 21.12.2020; 18.01.2021 – 30.06.2021

Das Ev.-luth. Missionswerk Niedersachsen startete das Projekt „Filmreihe Kino Global“. Die Filmreihe ist ein niedrigschwelliges Angebot für Jugendliche und Erwachsene, die sich für andere Kulturen, interkulturelles Leben und globale Fragen und Zusammenhänge interessieren. Neben Filmvorführungen in einem kleinen lokalen Kino in Hannover wurden auch Online-Kinoabende angeboten, die sich großer Beliebtheit erfreuten, da sie vom eigenen Wohnzimmer aus verfolgt werden konnten. Die Filme behandelten z. B. die Themen „Klimawandel“, „Globale Wirtschaft“ oder „Gesundheit und Gerechtigkeit“. Nach der Vorführung regten externe Referenten das Publikum zu Nachgesprächen an und gaben Raum, das Gesehene und Gehörte gemeinsam mit anderen zu reflektieren. Aktuelle Informationen und Einschätzungen der Referenten ergänzten die Filmvorführungen. Nach einer ersten erfolgreichen Durchführung der Filmreihe wurde ein weiterer Durchlauf gestartet.

Foto und Handzettel: Ev.-luth. Missionswerk Niedersachsen

Ziel des Projektes war es, durch das Medium Film in unbekannte Lebenswelten einzutauchen, sich mit den gezeigten Fragestellungen auseinanderzusetzen, sich in einem globalen System zu verorten und eigene Positionen zu beziehen. Neben dem in Dokumentarfilmen üblichen Blick von außen auf ein Land und seine Themen, eröffneten v.a. die von lokalen Akteuren gedrehten Spielfilme neue Perspektiven.

Durch das Projekt wurde entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit ermöglicht. Begleitend kamen authentische Stimmen aus dem Partnerland zu Wort, um Hintergrundinformationen zu vermitteln. Durch die Online-Veranstaltungen wurde zudem ein breites Publikum erreicht.

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung förderte im Projekt die Gebühren für die Nutzung des Kinos und der Filme.