Beispielprojekte

Umwelt- und Naturschutz
Entwicklungszusammenarbeit
Denkmalpflege

Liebe Antragstellerinnen und Antragsteller,

auf dieser Seite erhalten Sie eine kleine Übersicht von Beispielprojekten für den Förderbereich Umwelt- und Naturschutz, die wir Ihnen gerne vorstellen möchten. Die Beispielprojekte sollen zeigen, welche Projektideen die Stiftung fördert und auf welche Qualitätskriterien die Stiftung besonderen Wert legt. Einige der Beispiele beinhalten mehrere förderfähige Kriterien und Maßnahmen. Die Stiftung fördert aber ebenso gerne kleine Projekte, die sich auf eine Maßnahme beschränken. Hier zählt vor allem Qualität statt Quantität. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Ihr Projekt nicht alle Aspekte (zu hundert Prozent) erfüllt. Ihr Projekt sollte im Rahmen Ihrer Möglichkeiten gestaltet sein, sodass eine erfolgreiche Umsetzung gewährleistet ist.

Bitte bedenken Sie auch, dass die aufgeführten Projekte nur eine Auswahl darstellen und keinesfalls abschließend sind. Sie dürfen immer gerne mit neuen Ideen an die Stiftung herantreten. Zu beachten sind im Vorfeld natürlich unsere Förderrichtlinie und die dazugehörigen Anlagen. Um die Förderfähigkeit Ihrer Projektidee zu prüfen, dürfen Sie gerne vorab eine Anfrage (info@bingo-umweltstiftung.de) stellen.

Weitere Anregungen für Projektideen finden Sie auch in den Auszeichnungen zum „Projekt des Monats“ der letzten Jahre und in unseren Jahresberichten. Suchen Sie Anregungen für die Gestaltung kleinerer Umweltbildungsprojekte? Dann schauen Sie sich gerne in den Beispielprojekten unseres Jubiläumsprojektes „NATURbegeistert“ um.

Säen, pflegen, ernten: Naturerlebnis und gesundes Essen von klein auf

Gesamtkosten: 55.365,- Euro im ersten Projekt; 66.760,- Euro im zweiten Projekt

Bewilligte Fördersumme NBU: 19.800,- Euro im ersten Projekt; 19.500,- Euro im zweiten Projekt

Projektlaufzeit: 01.11.2018 – 31.12.2019; 01.01.2020 – 31.12.2020

Unter dem Motto „Säen, pflegen, ernten“ initiierte die Bündnis für Naturschutz und Inklusion gGmbH in Kooperation mit dem NABU Rotenburg ein Projekt, um Kindergartenkinder an das Gärtnern heranzuführen. Hierzu wurden über 30 Kindertagesstätten je zwei Hochbeete, Geräte zur Bearbeitung und geeignetes Saatgut zur Verfügung gestellt. Die Hochbeete wurden in Kooperation mit einer allgemeinbildenden Schule im Werkunterricht gebaut. Begleitet wird das Projekt von ein bis zwei Seniorpaten, die im Rahmen von regelmäßigen Workshops im Mitmach- und Erlebnisgarten MEGa des NABU Rotenburg auf dem Hartmannshof geschult wurden. Die geschulten ehrenamtlichen Seniorpaten unterstützen die pädagogischen Mitarbeiter auch nach Ende der Projektlaufzeit dabei, die Beete anzulegen, sie zu pflegen und das Gemüse zu verarbeiten. Hierfür wurden verschiedene Umweltbildungsmaterialien zusammengestellt, die auch den Kitas mit an die Hand gegeben wurden. Nach einer erfolgreichen einjährigen Pilotphase wurde das Projekt um ein weiteres Jahr fortgeführt.

Fotos: Bündnis für Naturschutz und Inklusion gGmbH

Ziele des Projektes waren u. a., in den Kindertagesstätten das Interesse für gesunde Ernährung zu wecken, über die Vielfalt von Gemüse zu informieren, das Bewusstsein für den Wert alter, samenfester Arten zu stärken, das Wissen um den Anbau von Gemüse zu verbreiten und die Zusammenarbeit in der jeweiligen Gemeinde zwischen den Generationen zu fördern.

In dem Projekt wurde und wird durch die Seniorpaten und Ehrenamtlichen ein hohes ehrenamtliches Engagement geleistet und praktischer Naturschutz an Bildungseinrichtungen ermöglicht. Auch die im Kerncurriculum für den Sachunterricht an Grundschulen verankerten Themen „Gesundheitliche Bildung“ und das „Erkunden der Lebenswelt, betrachten, beobachten, sammeln, vergleichen, ordnen und bestimmen…“ wurden im Projekt berücksichtigt. Somit stand in dem Projekt neben dem praktischen Gärtnern, in das die Kinder aktiv mit einbezogen werden, auch die Umweltbildung im Vordergrund. Die Hochbeete, die regional in Kooperation mit und von einer Schule bezogen wurden, sowie Geräte und Materialien verbleiben langfristig in den Kitas. Eine Weiterführung des Projektes, über die Projektlaufzeit hinaus, ist somit gegeben.

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung förderte im Projekt die Sachkosten für die Hochbeete, die Gartengeräte und das Pflanzenmaterial sowie die Personalkosten für die Projektleitung.

Karoxbosteler Kultur- und Mitmachgarten

Gesamtkosten: 289.060,- Euro

Bewilligte Fördersumme NBU: 30.000,- Euro

Projektlaufzeit: 01.04.2019 – 01.03.2022

Auf dem Außengelände des Vereins Wassermühle Karoxbostel e. V. ist ein barrierefreier Kultur- und Mitmachgarten zur Durchführung von Umweltbildungsveranstaltungen entstanden. Das denkmalgeschützte Hof-Ensemble der Wassermühle Karoxbostel inmitten der Gemeinde Seevetal ist von einem rund 2,5 Hektar großen Grundstück umgeben. Das Gelände ist bereits durch eine kleinteilige und vielseitige Biotopstruktur gekennzeichnet und wurde mit dem Projekt noch weiter in diese Richtung entwickelt. Geplante Bestandteile des Mitmachgartens waren u. a. die Anlage eines Nutzgartens mit Schaubeeten, Obstgarten und Streuobstwiese, die Anlage von Stillgewässern, Blühstreifen, Gehölzstrukturen und Trockenmauern und die Installation eines umfangreichen Informations- und Leitsystems. Mit dem Projekt sollten Menschen jeden Alters erreicht werden, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Schaffung von Angeboten für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter lag. Das umgestaltete Außengelände soll langfristig für die Umsetzung verschiedener Umweltbildungsangebote genutzt werden. Begleitende Materialien wie Arbeitsblätter oder Quizze wurden zu den einzelnen Stationen mit Infotafeln im Garten entwickelt, die im Rahmen von Bildungsveranstaltungen eingesetzt werden.

Fotos: Wassermühle Karoxbostel e. V.

Ziel des Projektes war es u. a., dass Menschen aller Altersstufen Naturerfahrungen in der für die Region typischen Kulturlandschaft machen können. Der Mitmachgarten wurde barrierefrei gestaltet, sodass auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität das Angebot nutzen können. Besonders hat das Projekt auf die Einbindung von Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter abgezielt, um ihnen nachhaltiges Lernen, die Kulturlandschaft und ihre Kulturtechniken zu vermitteln.

Mit dem Projekt wurde daher neben dem praktischen Naturschutz auch Umweltbildung und das Erleben in der Natur ermöglicht. Mit der Installation von Informationstafeln und Audioguides sowie der Erstellung von begleitenden Materialien werden langfristig Naturschutzinformationen vermittelt. Somit werden die Besucher angeregt, ihr eigenes Grundstück naturfreundlicher zu gestalten. Durch die Anlage verschiedener Biotopstrukturen und eines Nutzgartens inkl. einer Streuobstwiese wurde das Gelände ökologisch aufgewertet, die Biodiversität gefördert sowie Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen. Der Aufbau des Gartens konnte zudem teilweise direkt im Rahmen von Mitmachaktionen erfolgen, in die Schulklassen aktiv einbezogen wurden. In dem Projekt wurde ein Großteil der zahlreichen Maßnahmen in Eigenleistung durch die Vereinsmitglieder umgesetzt. Die langfristige Pflege des Außengeländes erfolgt durch Aktive des Vereins.

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung förderte im Projekt anteilig die Kosten für den Entwurf und die Herstellung des Informations- und Leitsystems.

Die Biene und der Mensch

Gesamtkosten: 15.500,- Euro

Bewilligte Fördersumme NBU: 11.600,- Euro

Projektlaufzeit: 01.01.2019 – 31.07.2020

Als das Moor- und Fehnmuseum Elisabethfehn (MFE) die Honigtopfsammlung des verstorbenen Imkers Johann Hinderks, der in Elisabethfehn einen Bienenlehrpfad betrieben hatte, übernahm, kam die Idee, eine Wanderausstellung über das Leben von Wild- und Honigbienen zu entwickeln. Ein Regal in Form einer Wabenformation informiert über verschiedene Themenschwerpunkte rund um die Wild- und Honigbienen. Dabei wird u. a. auf die Geschichte der Imkerei, die Gefährdung von Wildbienen, Gründe für das Bienensterben sowie praktische Tipps zur Unterstützung der Wildbienen eingegangen. Wie der Name schon beinhaltet, wandert die Ausstellung von Museum zu Museum. In den einzelnen Wabenmodulen des Regals befinden sich passend zu dem jeweiligen Themenschwerpunkt Modelle, Ton- und Videoaufnahmen sowie textliche Erläuterungen. In einem Wimmelbild zu Brut- und Nistmöglichkeiten der Bienen können dann die erlernten Kenntnisse angewendet werden. Eine Holztreppe, die an dem Regal befestigt wird, ermöglicht auch Kindern das gesamte Ausstellungsdisplay zu erkunden. Das Wabenregal ist dabei so gestaltet, dass die einzelnen Wabenmodule mit eigenen Materialien der Museen ergänzt werden können. Ein Begleitheft mit ausführlichen Informationen und einem Rätselspiel für Kinder ist dem Ausstellungsdisplay beigelegt. Die Ausstellung wurde im Rahmen eines Masterstudiengangs von Studierenden konzipiert.

Fotos: Moor- und Fehnmuseum Elisabethfehn

Ziel des Projektes war es, den Betrachtern eine Perspektive zu vermitteln, durch welche sie die Bienen in ihrem Umfeld wahrnehmen, wertschätzen und schützen können. Mit der Vermittlung von konkreten Hilfestellungen kann somit das eigene Handeln nachhaltig beeinflusst werden. Die Ausstellung liefert Informationen zu Wild- und Honigbienen sowie deren Bedeutung für ein intaktes Ökosystem. Der Besucher wird auf die Problematik von schrumpfenden Lebensräumen und fehlenden Brut- und Nistplätzen aufmerksam gemacht.

Die spielerische Herangehensweise ist besonders für Kinder geeignet, um somit schon die Kleinsten für die Problematik zu sensibilisieren. Konkrete Hilfestellungen und praktische Tipps für die Umsetzung machen dem Besucher seine Verantwortung bewusst und leiten zum Handeln an, wodurch die Lebensumstände der Bienen nachhaltig verbessert werden können. Eine Förderung der Insektenvielfalt wird indirekt veranlasst. Die Wanderausstellung in Form einer Wabe ist zudem durch eigene Materialien der Museen ergänzbar. Die Ausstellung ist nicht an einen Ort gebunden, ist übertragbar, hat eine große Breitenwirkung und kann somit viele Menschen erreichen.

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung förderte im Projekt die Sachkosten für den Bau des Regals und der Wabenmodule sowie das Begleitheft und Flyer zur Ausstellung.

Hilfen für Hirschkäfer und andere Insekten

Gesamtkosten: 74.600,- Euro

Bewilligte Fördersumme NBU: 29.900,- Euro

Projektlaufzeit: 01.04.2018 – 31.12.2019

Zum Schutz und zur Förderung von Insekten – insbesondere für den Hirschkäfer, führte der BUND Nienburg verschiedene Maßnahmen durch. Mehrere Hirschkäfermeiler wurden im Landkreis Nienburg mit Kindern verschiedener Schulen aufgestellt. So wurden u. a. zwei Hirschkäfermeiler in Kooperation mit der Grundschule Estorf sowie mit der Grundschule Erichshagen aufgebaut. Die Aktionen begannen jeweils mit einer theoretischen Einführung im Klassenraum und endeten mit tatkräftigem Engagement am Meiler. Weiterführende Informationen und Bastelmaterial wurden den Lehrkräften zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wurde mit verschiedenen öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen über die Zielart und ihre Schutzmaßnahmen informiert sowie Möglichkeiten aufgezeigt, was jeder Einzelne für den Schutz von totholzlebenden Arten tun kann. In einem Vortrag über Käfer und einer Käfer-Exkursion in einen Mischwald bei Glissen wurden die verschiedenen Käferfamilien, ihre Lebensräume, ihre Ökologie und ihre Gefährdung und dem daraus ergebenden Schutz thematisiert. Weiterhin fanden Multiplikatoren-Schulungen mit dem Titel „Hirschkäferkenner“ statt, an denen Kinder und Jugendliche teilnahmen. Auch die Bevölkerung wurde aufgerufen, ihre Hirschkäfer-Sichtungen zu melden. Durch die Aufrufe sind bereits in den ersten beiden Jahren mehr Fundorte gemeldet worden als in den ganzen Jahren zuvor. Darüber hinaus wurden ein Malwettbewerb veranstaltet, Projektflyer und Schautafeln erstellt und viele weitere Aktionen angeboten.

Fotos: BUND Nienburg

Hauptziel des Projektes war die Förderung der Zielart (des Hirschkäfers) sowie weiterer totholzbewohnenden Insektenarten (z. B. Schnell-, Blatthorn- und Bockkäferarten) im Landkreis Nienburg. Durch verschiedene Angebote sollte die Bevölkerung über den Hirschkäfer und ihre Schutzmaß-nahmen informiert werden.

Das Projekt konnte praktischen Naturschutz mit Umweltbildung verbinden. Viele verschiedene Maßnahmen dienten dazu, Lebensräume des Hirschkäfers und weiterer Insektenarten zu verbessern und somit die Insektenvielfalt zu stärken. Das Holz für die Hirschkäfermeiler wurde aus regionalen Quellen erworben. Alle Grundschulen liegen in fußläufiger Entfernung zum jeweiligen Hirschkäfermeiler, sodass diese langfristig beobachtet werden können. In das Projekt wurden die Kinder aktiv mit einbezogen und sogar selbst zu Multiplikatoren, um eigene Aktionen anbieten zu können. Über eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit wurde die Bevölkerung aufgerufen, Hirschkäferfunde zu dokumentieren und den eigenen Garten insektenfreundlicher zu gestalten. Da die Besiedelung eines Hirschkäfermeilers meist einige Jahre dauert, werden in den nächsten Jahren regelmäßige Exkursionen zu den Hirschkäfermeilern fortgeführt.

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung förderte im Projekt die Personalkosten für einen Landschaftsgärtner und Naturpädagogen.