Förderbereich Umwelt- und Naturschutz

Umwelt- und Naturschutz
Entwicklungszusammenarbeit
Denkmalpflege
Emsfonds

Dieser Förderbereich umfasst sowohl den praktischen Naturschutz als auch die Umweltbildung. Praktische Naturschutzprojekte sind unter anderem die Anlage neuer sowie die ökologische Aufwertung bestehender Biotope oder die Schaffung von Lebensräumen für seltene oder gefährdete Arten. Die geförderten Vorhaben sollen insbesondere dem Schutz von niedersachsen- oder bundesweit bedrohten Tier- und Pflanzenarten dienen. Darüber hinaus werden Projekte der Umweltbildung gefördert, vor allem für Kinder und Jugendliche.

Biodiversität

Maßnahmen, die der Erhaltung, Entwicklung und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt dienen. Hierbei liegt der Förderschwerpunkt bei den Arten und Lebensraumtypen, die für Niedersachsen eine besondere Bedeutung haben (Hinweise hierzu finden Sie unter anderem auf der Website des NLWKN).

NLWKN

Biotopvernetzungen / Biotopverbünde

Kleinräumige Biotopvernetzungen / Schaffung von Biotopverbünden: Eine Vernetzung von Biotopen dient der Sicherung und Schaffung von Lebensgrundlagen vieler heimischer Tier- und Pflanzenarten. Die Stiftung unterstützt deshalb Projekte, durch die ein besonderer Beitrag zur kleinräumigen Biotopvernetzung geleistet wird. Dazu gehören auch Saumbiotope entlang der Wege und Gewässerufer, Feuchtbrachen, Alleen, Wallhecken und Feldgehölze.

Streuobstwiesen

Die Anlage und Entwicklung von Streuobstwiesen sowie die Umweltbildung im Zusammenhang mit diesen stellen einen besonderen Förderschwerpunkt der Stiftung dar. Dabei soll vor allem die Anpflanzung von alten Sorten in Hochstamm-Kultur zur Erhöhung der Biodiversität unterstützt werden.

  • Es werden nur Obstbäume (Hochstämme) mit max. 35,- Euro / Stück (inkl. MwSt.) gefördert.
  • Die Stiftung erwartet, dass der Erhalt und die Pflege des neuen oder aufgewerteten Biotopes für mind. 20 Jahre sichergestellt wird.
  • Bitte ergänzen Sie Ihre Pflanzungen zugunsten der Honigbienen um zwei Sommer- und/oder Winterlinden oder anderen Gehölzen (max. 10,- Euro pro Strauch; max. 50,- Euro pro Baum), die einen ähnlichen Blühzeitraum haben, um Bienen im Sommer eine Tracht zu bieten.
  • Bitte beachten Sie, dass die Materialien (z. B. Pflanzpfähle) aus regionalen Quellen bezogen werden müssen.
  • Haben Sie an einen Wühlmaus- und Verbissschutz für den Stamm gedacht? Die Stiftung begrüßt dabei grundsätzlich den Bezug umweltfreundlicher Varianten. Den Wühlmausschutz unterstützen wir mit max. 4,- Euro / Stück. Alternativ kann das Pflanzloch auch mit Grobkies oder Grobschotter zum Schutz vor Wühlmäusen verfüllt werden.
  • Wie soll die Wiese im Anschluss gepflegt werden (Obstbaumschnitt, Mahd, Beweidung, Verwendung des Obstes)?
  • Bitte überprüfen Sie, ob bei den zukünftigen Pflegearbeiten 10 % der Fläche ungemäht / unbeweidet bleiben können.
  • Bitte überdenken Sie, ob in Anbetracht der Trockenheit der letzten Jahre eine Bewässerung der Fläche (v. a. im ersten Jahr nach der Pflanzung aber auch darüber hinaus) sichergestellt werden kann?
  • Fachliche Hinweise zur Anlage von Streuobstwiesen, zur richtigen Pflege, der Auswahl der Sorten etc. finden Sie im von der Stiftung geförderten Handbuch Streuobstwiesenpraxis.
  • Installation von Nistkästen und -möglichkeiten für Vögel oder Fledermäuse.
  • Anlage eines Insektenhotels (Bitte beachten Sie dabei auch die Hinweis zu Nisthilfen unter www.wildbienen.info sowie die Hinweise unter dem Förderschwerpunkt Insektenvielfalt).
  • Anlage eines Lesesteinhaufens.
  • Anlage eines Totholzhaufens oder einer Benjeshecke.
  • Anpflanzung von Blühpflanzen als Wildblumenwiese, Blühstreifen oder Ähnlichem (Bitte bedenken Sie, dass die Stiftung nur regional zertifiziertes Saatgut (Siegel vom Verband Deutscher Wildsamen und Wildpflanzenproduzenten e. V. und das Siegel RegioZert) entsprechend der Saatgutregion mit einer Aussaatdichte von 2 g / m² fördern kann. Alternativ kann ein Aufbringen von Mahdgut mit den gewünschten Arten (Mahdgutübertragung) geschehen.
  • Nutzung oder Pflege, zumindest eines Teils des Grünlandes, um hinreichend kurzrasige Flächen (Nahrungshabitat für Steinkauz) zu fördern
  • Verwendung ausreichend langer Pflanzpfähle als Aufstellung einer Ansitzwarte für Greifvögel.
  • Die Stiftung begrüßt die Errichtung einer Infotafel am Projektgebiet, wenn dieses an einem öffentlichkeitswirksamen Weg liegt.

All diese Maßnahmen dienen dazu, bestimmten Tier- und Pflanzenarten Lebensräume zu bieten, die in der intensiv genutzten Agrarlandschaft selten geworden sind und stellen eine gute Ergänzung des Biotoptyps Streuobstwiese dar. Bitte überdenken Sie daher bei der Anlage einer Streuobstwiese, welche dieser vorgeschlagenen Maßnahmen konkret vor Ort realisierbar wäre. Die dabei anfallenden Kosten können natürlich auch bei der Bingo-Umweltstiftung beantragt werden.

Streuobstwiesenpraxis
wildbienen.info | Nisthilfen

Insektenvielfalt

Maßnahmen, die der Lebensraumverbesserung und dem ausreichenden Nahrungsangebot für Insekten, insbesondere Wildbienen, dienen sowie die Bienenhaltung im Siedlungsbereich sowie in der freien Landschaft. Dies umfasst z. B. das Aufstellen von geeigneten Insektenhotels. Die Nisthilfen können entweder fertig erworben oder selbst gebaut werden. Der Bau von Nisthilfen kann idealerweise als Umweltbildungsmaßnahme zusammen mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt werden. Weiterhin ist für ein ausreichendes Nahrungsangebot die Anlage von Wildblumenwiesen sowie die Pflanzung heimischer Stauden und Gehölze sinnvoll.

  • Bei der Errichtung von Insektenhotels u. ä. sind die Hilfestellungen des Bienenexperten Paul Westrich zu beachten. Sollten Sie ein Insektenhotel käuflich erwerben wollen, beachten Sie bitte die Hinweise des Wildbienenexperten Werner David.
  • Bei der Pflanzung ist unbedingt darauf zu achten, dass nur heimische Arten verwendet werden.
  • Folgende Empfehlungslisten können bei der Auswahl genutzt werden: ein- und zweijährige Pflanzen, mehrjährige Pflanzen, Gehölze.
  • Bitte beachten Sie die Förderhöchstgrenzen für Pflanzen: 5,- Euro / Staude, 10,- Euro / Strauch, 35,- Euro / Obstbaum, 50,- Euro / Baum.
  • Die Stiftung fördert nur regional zertifiziertes Saatgut (Siegel vom Verband Deutscher Wildsamen und Wildpflanzenproduzenten e. V. und das Siegel RegioZert) entsprechend der Saatgutregion mit einer Aussaatdichte von 2 g / m². Alternativ kann ein Aufbringen von Mahdgut mit den gewünschten Arten (Mahdgutübertragung) geschehen.
  • Die Stiftung erwartet, dass der Erhalt und die Pflege der Blühfläche für mind. 5 Jahre sichergestellt wird.
Infos von Paul Westrich
Infos von Werner David
1- und 2-jährige Pflanzen
Mehrjährige Stauden
Gehölze, Sträucher, Bäume
Artenreiche Wildblumenwiese

Kleine Still- und Fließgewässer

Kleine Still- und Fließgewässer stellen einen wertvollen Lebensraum für viele direkt und indirekt ans Wasser gebundene Arten dar. Sie sind in der Landschaft aufgrund von diversen Nutzungskonflikten in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen. Bestehende Gewässer sind auch weiterhin Bedrohungen ausgesetzt. Die Stiftung unterstützt daher Projekte zur Schaffung und Aufwertung von kleinen Still- und Fließgewässern.

Moorbiotope

Maßnahmen, die der Wiederherstellung (Erstinstandsetzung) des jeweiligen Biotoptyps dienen und insbesondere die Regenerationsfähigkeit des Moores fördern.

Grüne Inseln im Siedlungsraum

Ziel des Förderschwerpunktes „Grüne Inseln im Siedlungsraum“ ist es Projekte zu fördern, durch die in dicht besiedelten Gebieten besondere Maßnahmen für den Naturschutz realisiert werden. Diese Projekte können z. B. Vorhaben sein, bei denen Maßnahmen zur Erhöhung der Artenvielfalt, zur Anpflanzung von natürlichen Staubfiltern und zur Vermittlung besonderer Sachverhalte über die Natur sowie Ökologie im Vordergrund stehen. Die Projekte sollen Lebensräume aufwerten und Rückzugsräume in dicht bebauten Gebieten schaffen.

Bitte beachten Sie hierbei auch die Hinweise zur Neuanlage/ Aufwertung von Biotopen / Pflanzungen.

  • Bei der Pflanzung ist unbedingt darauf zu achten, dass nur heimische Arten verwendet werden.
  • Folgende Empfehlungslisten können bei der Auswahl genutzt werden: ein- und zweijährige Pflanzen, mehrjährige Pflanzen, Gehölze.
  • Bitte beachten Sie die Förderhöchstgrenzen für Pflanzen: 5,- Euro / Staude, 10,- Euro / Sträucher, 35,- Euro / Obstbaum, 50,- Euro / Baum.
  • Die Stiftung erwartet, dass der Erhalt und die Pflege des neuen oder aufgewerteten Biotopes für mind. 20 Jahre sichergestellt wird.
  • Die Stiftung fördert nur regional zertifiziertes Saatgut (Siegel vom Verband Deutscher Wildsamen und Wildpflanzenproduzenten e. V. und das Siegel RegioZert) entsprechend der Saatgutregion mit einer Aussaatdichte von 2 g / m². Alternativ kann ein Aufbringen von Mahdgut mit den gewünschten Arten (Mahdgutübertragung) geschehen.
  • Die Stiftung erwartet, dass der Erhalt und die Pflege der Blühfläche für mind. 5 Jahre sichergestellt wird.
  • Gartengeräte zur Pflege der Fläche können mit max. 500,- Euro gefördert werden.
  • Die Vorbereitung der Fläche durch externe Dienstleister kann bei Bedarf gefördert werden.

Praktischer Naturschutz an Bildungseinrichtungen

Unter dem Förderschwerpunkt „Praktischer Naturschutz an Bildungseinrichtungen“ werden Vorhaben gefördert, die zu einer konkreten, messbaren Verbesserung des ökologischen Zustandes von Außenanlagen an Kindertagesstätten, Kindergärten, Schulen und Hochschulen unter Beteiligung von ehrenamtlichen Helfern beitragen. Darüber hinaus ist eine ökologische Schulung der Kinder und Jugendlichen einzuplanen.

Förderfähig ist die Anlage von Biotopen auf bislang ökologisch weitgehend wertlosem Gelände, also auf betonierten oder anderweitig versiegelten Flächen, auf Rasenflächen und in überwiegend durch Bepflanzung mit nichtheimischen Arten geprägten Bereichen. Die geförderten Biotope können beispielsweise naturnahe Gewässer, Streuobstwiesen oder die Pflanzung von Beerensträuchern und Obstbäumen, Hecken, Trockenmauern (ohne Verwendung von Mörtel), Kräuterbeeten oder Wildblumen- oder Wildstaudenpflanzungen sein. Die Durchführung muss zumindest teilweise durch ehrenamtliche Helfer, also durch Schüler, Kinder, Eltern, Lehrer oder sonstige Mitarbeiter, erfolgen. Eine thematische Einbindung des Projektes in den Unterricht ist vorzunehmen. In der Regel werden Maßnahmen bei Neubauten nicht gefördert.

Es werden nur Anträge angenommen, die ausschließlich die ökologische Aufwertung im Sinne des Förderschwerpunktes oder andere förderfähige Maßnahmen beinhalten. Im Kosten- und Finanzierungsplan sollten nur die förderfähigen Positionen aufgeführt werden. Naturnahe Umgestaltungen von Außenanlagen werden nur dann gefördert, wenn die ökologische Aufwertung überwiegt und ein Umweltbildungskonzept vorliegt.

  • Anteilige Planungs-, Ausführungs-, und Regiekosten (prozentual in Höhe der förderfähigen Gesamtkosten).
  • Vegetationstechnische Arbeiten (Entsiegelung von spätere Pflanzflächen, Oberboden liefern und einbauen, Pflanzfläche fräsen, Pflanzfläche planieren etc.).
  • Mulch/Holzhäcksel innerhalb von Beeten.
  • Hochbeete, Kräuterschnecken.
  • Baumstämme zur Einfassung von Beeten.
  • Trockensteinmauern, Lesesteinhaufen, Totholzhaufen.
  • Nistkästen für Vögel, Fledermauskästen, Insektenhotels.
  • Natürlich gestaltete Wasserspielbereiche.
  • Pflanzarbeiten sind von der Förderung ausgeschlossen.
  • Spiel-, Sport- und Bewegungsgeräte, Sitzgelegenheiten, Wege und Zäune.
  • Rollrasen, nicht-heimische Pflanzen (Neophyten, Schmuckstauden, etc.).
  • Mulch / Holzhäcksel auf Freiflächen oder als Fallschutz.
  • Bestätigung der Schule, dass die Fläche für mind. 10 Jahre erhalten bleibt und gepflegt wird.
  • Pflanzlisten.
  • Kostenvoranschläge.

Bitte beachten Sie auch die Hinweise zur Neuanlage/ Aufwertung von Biotopen / Pflanzungen unter dem Förderschwerpunkt „Grüne Inseln im Siedlungsraum“ sowie die Hinweise unter dem Förderschwerpunkt Insektenvielfalt.

Natur erleben

Wir freuen uns über Anträge, die den Erholungswert von Natur und Landschaft verbessern und der Naturschutzinformation dienen. Gefördert werden u. a. Ausstellungen, Lehrpfade und Informationstafeln.

Bei praktischen Maßnahmen kann z. B. die Installation einer Informationstafel gefördert werden, die über das Projekt und den ökologischen Nutzen informiert. So kann z. B. bei der Anlage einer Streuobstwiese oder Blühfläche mit einem entsprechenden Schild der Nutzen des Projektes hervorgehoben werden und ggf. auch andere Menschen zum Nachahmen anregen.

Umweltbildung

Kleinere Projekte der Umweltbildung beinhalten Maßnahmen im schulischen und außerschulischen Bereich, insbesondere mit praktischem Natur- und Umweltbezug unter Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen. Größere Projekte der Umweltbildung können das BNE-Konzept „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ abbilden. Sie vermitteln die dazugehörigen Gestaltungskompetenzen, dienen primär der direkten praktischen Umsetzung mit Kindern und Jugendlichen, greifen auf vorhandenes Erfahrungswissen zurück, fußen auf einem Umweltbildungskonzept, sollten bei Schulprojekten die aktuellen Vorgaben der Kerncurricula berücksichtigen und werden auf ihre Wirksamkeit hin evaluiert.

Erlebnisse in der Natur

Unter dem Förderschwerpunkt „Erlebnisse in der Natur“ werden kleine Projekte gefördert, mit denen Kinder über besondere Erlebnisse in der Natur langfristig für die Natur begeistert werden. Dieses bildet eine wichtige Grundlage für späteres Naturschutzhandeln.

Förderfähig sind z. B. die Durchführung von Umweltbildungsangeboten und Honorarkosten für die umweltpädagogische Begleitung (Pflanzaktionen, Imker etc.). Projekte, die dem Förderschwerpunkt „Erlebnisse in der Natur“ zugeordnet werden, können auch im Rahmen des Jubiläumsprojektes „NATURbegeistert“ der Nds. Bingo-Umweltstiftung in Kooperation mit dem SCHUBZ Lüneburg beantragt werden.