Zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge liegt eine der abwechslungsreichsten Regionen Niedersachsens: Moore, Flussauen und bewaldete Höhenzüge prägen das Osnabrücker Land. Die Friedensstadt Osnabrück – bekannt durch den Westfälischen Frieden von 1648 – und der umliegende Landkreis sind Teil des Natur- und Geoparks TERRA.vita, mit zahlreichen Naturschutzgebieten und historischen Orten wie Kalkriese.

Seit 2010 hat die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung in Stadt und Landkreis Osnabrück über 600 Projekte mit rund 6,1 Millionen Euro gefördert. Auf den folgenden Seiten stellen wir ausgewählte Förderprojekte vor – Orte, die zum Entdecken, Erleben und Verweilen einladen und zeigen, wie lebendiger Naturschutz vor Ort gelingt.

TERRA.vita Erlebnispfade – Eiszeit-Entdeckerpfad & Wasserpfad

Landschaft und Wasser hautnah erleben

In den Ankumer Höhen liegt der zweitgrößte noch erhaltene Endmoränenwall der Welt – aufgeschichtet vor rund 190.000 Jahren von einem Gletscher der Saale-Eiszeit. Der durch die NBU geförderte, 6 km lange TERRA.track Eiszeit-Entdeckerpfad macht diese Geschichte an zehn Themenstationen erlebbar: Wie die Eiszeiten die Landschaft formten, wie frühe Kulturen sie nutzten und wie daraus die heutige Kulturlandschaft wurde. Eine kostenlose Rallye entlang der Stationen lockt mit einer Belohnung für richtige Antworten.

Startpunkt: Kuhlhoff, Bippen.

In Bad Iburg entwickelte sich ein 1985 angelegtes Rückhaltebecken am Kolbach zu einem ökologischen Kleinod voller Artenvielfalt. Der Erlebnispfad „Wasser.Natur.Umwelt.“ – zugleich Teil des TERRA.tracks Kneipp to go zum Dörenberg – lenkt an sechs Stationen mit neun Infotafeln den Blick auf seltene Pflanzen, Insekten und erdgeschichtliche Zeugnisse, teils als Hörgeschichte erlebbar. Auch zum Mitnehmen: Anleitungen für Wildblumenwiese oder Insektenhotel.

Startpunkt: Parkplatz Arkadenstraße 5, 49186 Bad Iburg

Eiszeitentdeckerpfad (Foto: Natur- und Geopark TERRA.vita)

Deutschlands Bodenschätze – Sonderausstellung im Museum am Schölerberg

Von der Steinzeit bis in die Gegenwart

Kupfer im Smartphone, Sand im Beton, Salz auf dem Tisch: Die Sonderausstellung zeigt, wie eng Bodenschätze und Menschheitsgeschichte verknüpft sind. Deutschland deckt mit heimischen Rohstoffen wie Sand und Naturstein rund die Hälfte des Bedarfs, ist bei Metallen und Energierohstoffen aber fast vollständig auf Importe angewiesen – die Ausstellung beleuchtet dieses Spannungsfeld und zeigt Deutschland als Bergbauland mit langer Tradition und chancenreicher Zukunft.

Laufzeit: 1. August 2026 – 14. Februar 2027

Ort: Museum am Schölerberg, Osnabrück

Ausstellung Bodenschätze (Foto: Museum am Schölerberg)

Landesforsten Baumlehrpfad Steinberg

Schüler erwecken einen Lehrpfad aus dem Dornröschenschlaf

Am Steinberg bei Bramsche schlummerten ein Ameisen- und ein Baumartenlehrpfad hinter vergilbten, beschädigten Tafeln. 48 Siebtklässler der Waldorfschule Evinghausen renovierten sie im Rahmen einer Bingo-geförderten Klassenfahrt gemeinsam mit dem Waldpädagogikzentrum Weser-Ems der Niedersächsischen Landesforsten: alte Einrichtungen abgebaut, Pfähle gesetzt, fehlende Baumarten nachgepflanzt, Tafeln neu gestaltet – jedes Kind für eine eigene Baumart, bewusst analog und ohne Smartphone. Eine dauerhafte Kooperation zwischen der Waldorfschule Evinghausen e.V. und den Niedersächsische Landesforsten ist geplant, sodass künftige Klassen den Pfad weiter pflegen.

Ort: Steinberg bei Uptrup, Bramsche (Nähe Ameisenlehrpfad); Startpunkt: Parkplatz Wallenhorster Str. 47–49, 49565 Bramsche

Baumlehrpfad am Steinberg (Foto: Niedersächsische Landesforsten)

Naturerlebnisgarten Osnabrück

Stadtnatur zum Anfassen – mitten im Rosenplatzviertel

In der Teutoburger Straße 30 liegt ein offener, kostenloser Ort für Familien: Kinder entdecken hier spielerisch Stadtnatur, beobachten Insekten oder ernten Obst und Gemüse – ganzjährig, zu jeder Jahreszeit mit neuen Themen. Herzstück ist die Naturerlebnispädagogik: bei jedem Wetter draußen sein, barfuß laufen, forschendes und selbstbestimmtes Lernen. Inklusion ist gelebte Praxis – alle Kinder sind willkommen, unabhängig von Sprache, Herkunft oder körperlichen, kognitiven und sozialen Voraussetzungen.

VARUS und die grüne Zukunft – Museum Kalkriese

Wo Geschichte und Ökologie sich begegnen

Das Museum Kalkriese bewirtschaftet ein 24 Hektar großes, größtenteils bewaldetes Außengelände, das seit 2016 unter ökologischem Parkmanagement steht: über 800 heimische Gehölze wurden nachgepflanzt, Pestizide und Kunstdünger vollständig verbannt. Totholz- und Benjeshecken, Wildstrauchhecken, Käferkeller, Sandarien, Nistkästen und geschützte Habitatbäume schaffen ein vielfältiges Mosaik aus Lebensräumen; 2025 wurde ein verlandeter Tümpel renaturiert, die Renaturierung der Bachläufe ist in Planung. Für jährlich 60.000 bis 70.000 Besucherinnen und Besucher werden die Maßnahmen über Lehrpfad, Führungen und die Woche der Umwelt vermittelt – der Wald der Varusschlacht war einst nicht nur Schauplatz, sondern strategischer Faktor.

Ort: Museum Kalkriese/Varusschlacht, Bramsche-Kalkriese

Baumpflanzaktion und Blühwiese (Foto: Museum Kalkriese)

Permakulturgarten Schledehausen

Naturplatz an der Schelenburg – wo Tipi, Barfußpfad und Bienen zuhause sind

An der Schelenburg ist ein vielseitiger Naturplatz entstanden: ein Tipi-Zelt als Mittelpunkt, ein selbstgebautes Häuschen, Bienenstöcke, ein Barfuß-Erlebnisweg und Wiesen laden alle Altersgruppen zu Erholung und Entdeckung ein. Im Zentrum liegt ein Mandala-Garten aus sechs Beeten – für Gartenpädagogik mit Kindern, Wildbienen, Duftpflanzen, das „Weltacker“-Thema und einen Bienenlehrpfad, umrahmt von einem Barfußpfad zum achtsamen Entschleunigen. Ein Steinbiotop bietet Amphibien wie Molchen, Kröten und Salamandern Lebensraum, während die sonnige Seite Eidechsen und Laufkäfer anzieht – Permakultur in Reinform. 

Ort: Naturplatz an der Schelenburg, Schledehausen

Familienradwege Osnabrück - Fahrradkompass für Familien

12 Touren für Entdecker

Radtouren für den Osnabrücker Raum gab es viele – doch fast alle waren auf Erwachsene mit E-Bikes und langen Distanzen ausgelegt. Die Gesunde Stunde hat diese Lücke gemeinsam mit der Kinder-Bewegungsstadt Osnabrück und dem ADFC geschlossen: 12 familientaugliche Touren (11 bis 19 km, mit kurzen Varianten von 3 bis 7 km für Laufräder) führen durch Wallenhorst, Georgsmarienhütte, Hasbergen, Belm, Ostercappeln, Bohmte, Bad Essen, Hagen aTW, Hilter und Bad Rothenfelde – abseits breiter Straßen, vorbei an Bächen, Seen, Spielplätzen und Einkehrmöglichkeiten. Alle Touren sind per QR-Code und App navigierbar; der Radführer enthält zudem Tipps zu Ausrüstung und Verkehrssicherheit.

Broschüre erhältlich bei: Gesunde Stunde, KiBS, ADFC, Tourist-Information Osnabrück, Kreishaus, Familienbildungsstätten, Bücher Wenner u.v.m. oder online unter https://www.gesundestunde.de/fileadmin/user_upload/Familienradwege.pdf 

Broschüre und Veranstaltungsgelände (Foto: Gesunde Stunde)