Der Landkreis Leer liegt im Nordwesten Niedersachsens, eingebettet zwischen dem weiten Marschland, den Flussläufen von Ems und Leda sowie der deutsch-niederländischen Grenze. Wurtendörfer, Fehndörfer mit schnurgeraden Kanälen, fruchtbare Einpolderungen sowie die Insel Borkum machen diese Region zu einem außergewöhnlich vielfältigen Naturraum. Deiche schützen das Binnenland seit Jahrhunderten vor den Kräften der Nordsee — Wasser und Landschaft sind hier untrennbar miteinander verbunden. Dank der Förderung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung konnten bislang 182 Projekte realisiert und rund 1,38 Millionen Euro für den Natur- und Umweltschutz in der Region bereitgestellt werden.
Alter Leuchtturm Borkum — ein Wahrzeichen kehrt zurück
Der Alte Leuchtturm auf Borkum ist das älteste Bauwerk der Insel. Bereits im 15. Jahrhundert diente er der Schifffahrt als Orientierungspunkt auf der Ems und der Nordsee. Der heutige, 41 Meter hohe Turm wurde 1576 im Auftrag der Stadt Emden errichtet. Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1879 wurde er ohne Laterne wieder aufgebaut und in den folgenden Jahrzehnten unter anderem als Wetterstation und Seenotfunkstelle genutzt. Seit 1982 kümmert sich der Heimatverein Borkum e. V. um das denkmalgeschützte Bauwerk. Nach über zehn Jahren Sperrung wegen Sicherheitsmängeln hat 2025 die lang ersehnte Sanierung begonnen. Voraussichtlich im Juni 2026, im 450. Jubiläumsjahr des Turms, soll er feierlich wiedereröffnet werden.
Ein neues Zuhause für Mehlschwalben
Die Mehlschwalbe steht auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands. Insektenrückgang, moderne und lückenlose Fassaden und die illegale Zerstörung von Nestern machen ihr das Überleben zunehmend schwer. Der NABU Leer hat 2023 in den Gemeinden Amdorf, Detern und Westoverledingen vier speziell konzipierte Schwalbenhäuser mit je 16 künstlichen Nestern aufgestellt, die von April bis September bewohnt werden können. Eines der Häuser steht in der Nähe einer Grundschule und wird aktiv in den Unterricht einbezogen — Natur zum Bestaunen für die nächste Generation.
Ostfriesische Wohnkultur — Fassade eines Heimatmuseums
Das Heimatmuseum des Heimatvereins Leer e. V., untergebracht in einem Wohnhaus des 19. Jahrhunderts, gilt als älteste lokalgeschichtliche Einrichtung Ostfrieslands. Um das Gebäude mit seiner stadtbildprägenden Fassade langfristig zu erhalten, wurde die Originalsubstanz restauriert, ein beschädigter Anstrich erneuert und neue Fenster nach historischem Vorbild eingesetzt.
Schulgarten der Förderschule am Patersweg
Über drei Projektphasen hat die Schule am Patersweg in Leer einen umfassenden Schulgarten aufgebaut. Schülerinnen und Schüler bauten und bepflanzten Hochbeete, erlebten den gesamten Kreislauf von Aussaat über Pflege bis zur Ernte und lernten, wie sich Schädlinge auf natürliche Weise fernhalten lassen. Eine Schülerfirma verknüpfte die praktischen Erfahrungen mit wirtschaftlichem Denken. Inzwischen stehen zehn Hochbeete zur Verfügung. Die Ernte fließt in den Hauswirtschaftsunterricht ein. Ergänzt wird der rund 2.000 m² große Garten neuerdings durch eine Regenwasserzisterne, die über das Dach der angrenzenden Sporthalle gespeist wird und den Schülerinnen und Schülern im Rahmen einer Projektwoche erfahrbar macht, wie wertvoll die Ressource Wasser ist.
In Ihrhove piept’s — Nistkästen für die ganze Region
Was als Ferienprogramm der AKSR GmbH begann, ist zu einem lebendigen Mitmachprojekt für die gesamte Region geworden. In offenen Werkstätten bauen Kinder gemeinsam mit Eltern und Großeltern Vogel- und Fledermauskästen, nehmen sie mit nach Hause und werden Teil einer wachsenden Gemeinschaft von Tierhaus-Paten. Halbjährliche Treffen zum Austausch von Beobachtungen und Erfahrungen halten die Gemeinschaft zusammen. Über 400 Nisthilfen sind so bereits entstanden und in der Region verteilt worden — ein Projekt, das alle Generationen und Fähigkeiten einbindet.
Naturbeobachtung im Rheiderland — renovierte Aussichtshütten
Der NABU Rheiderland hat zwei Aussichtshütten an der Dollartroute bei Swartwold und Wymeer grundlegend renoviert. Die Hütten, in den 2000er Jahren errichtet, um das bedeutende Vogelrast- und Brutgebiet erlebbar zu machen, hatten durch Abnutzung und Vandalismus stark gelitten. Nach Bewilligung wurden neue Infotafeln installiert und die Hütten durch das LeeWerk WISA instandgesetzt — mit neuen Fensterausschnitten, Innenverschalungen, Dielen und einer barrierefreundlicheren Zuwegung. Pünktlich zur Brutzeit der Flussseeschwalben 2025 standen sie wieder als attraktive Beobachtungsstandorte zur Verfügung.





