Jubiläumsprojekt FABiAN

Das Projekt soll zunächst modellhaft in drei naturräumlich unterschiedlichen niedersächsischen Regionen durchgeführt werden und dazu beitragen, die Biodiversität in der Agrarlandschaft in Kooperation mit den regionalen landwirtschaftlichen Betrieben und deren Organisationen dauerhaft zu verbessern. Vorrangiges Ziel im ersten Projektabschnitt ist, die konkrete Umsetzung von unterschiedlichen Biodiversitätsmaßnahmen auf möglichst vielen landwirtschaftlichen Betrieben. Dafür werden Angebote von Vertragsnaturschutzmaßnahmen auf Acker- und Grünlandflächen sowie deren monetäre Bewertung entwickelt. Die Vertragsangebote an die Landwirtschaft werden mit der jeweils zuständigen unteren Naturschutzbehörde und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen abgestimmt. Neben der Koordination und Organisation der vertraglichen Beziehungen zu den Landwirten sorgt die Stiftung Kulturlandpflege für engmaschige Umsetzungskontrollen und auf einem Teil der Flächen für eine ökologische Wirkungskontrolle, um die Werthaltigkeit der angebotenen Naturschutzbausteine auf den unterschiedlichen Standorten besser beurteilen und Verbesserungspotentiale für die Zukunft nutzen zu können. Ansprechpartner in der Region sind die örtlichen Kreislandvolkverbände. Im zweiten Projektabschnitt soll an sinnvollen Vernetzungskonzepten unter Einbeziehung von beispielsweise Gewässer- und Wegerandstreifen gearbeitet werden und mit den regional maßgeblichen Akteuren und Flächeneigentümern der Grundstein für eine Biotopvernetzung gelegt werden.

Die Stiftung Kulturlandpflege knüpft dabei an ihre Erfahrungen in dem Projekt F.R.A.N.Z. an, das bundesweit angelegt ist und bereits erste Ergebnisse geliefert hat, wie sich Naturschutzmaßnahmen in die Landwirtschaft einbinden lassen. Hier ist die Stiftung Kulturlandpflege Projektberater für Niedersachsen.

Über das FABiAN-Projekt sollen auch gezielt Arten gefördert werden, für die eine besondere regionale Verantwortlichkeit besteht. Dies betrifft z. B. den Kiebitz, das Rebhuhn oder den Feldhamster.

Zuschlag für Vechta, Cuxhaven und Goslar als Projektregionen

Inzwischen stehen mit den Landkreisen Vechta, Cuxhaven und Goslar auch die Projektregionen fest. In den Gemeinden Visbek, Dinklage und Steinfeld/Mühlen (LK Vechta), Hagen Schiffdorf und Loxstedt (LK Cuxhaven) sowie Goslar, Seesen und Langelsheim (LK Goslar) wird die Stiftung Kulturlandpflege gezielt Landwirte ansprechen und ihnen Bausteine zum Vertragsnaturschutz anbieten.

(Foto: Siegfried Standke)

Die Landwirte können sich auch selbst um eine Teilnahme an sieben verschiedenen Varianten bewerben. Angelegt werden Blühstreifen, Selbstbegrünungsbrachen und Feldvogelinseln. Einige der Feldvogelinseln werden mit Erbsen eingesät; diese haben sich im F.R.A.N.Z.-Projekt als sehr attraktiv für die Feldlerche erwiesen. Im Getreideanbau werden nach der Ernte Stoppelfelder stehen gelassen; teilweise wird auch ganz auf die Ernte verzichtet. Auch im Grünland werden Extensivierungsmaßnahmen angeboten. Insgesamt soll eine Fläche von 150 ha über einen Zeitraum von mehreren Jahren für die Artenvielfalt aufgewertet werden. Zugleich sollen Perspektiven für eine Nachhaltigkeit entwickelt werden.