Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung hat am 06. Oktober im Alten Rathaus Hannover den Niedersächsischen Umweltpreis 2026 verliehen. Er stand unter dem Thema „Artenvielfalt im & am Wald“. Aus 48 Einsendungen wählte die Jury fünf Projekte aus. Der erste Preis (10.000 Euro) geht an die Stiftung für Ornithologie und Naturschutz. Zusätzlich wurden die Gewinnerinnen und Gewinner des Fotowettbewerbs geehrt, erstmals auch mit einem Jugendpreis.
Feierstunde im Alten Rathaus
Im Namen der Stiftung zeichneten Kuratoriumsvorsitzender Christian Meyer, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, und Vorstandsvorsitzende Thordies Hanisch, MdL, die Preisträgerinnen und Preisträger aus.
Wälder und Waldränder sind Lebensraum für tausende Arten, von der Waldameise bis zum Schwarzspecht, von der Orchidee bis zur seltenen Flechte. Klimawandel und veränderte Landnutzung setzen viele niedersächsische Wälder jedoch unter Druck. Auf den Aufruf der Stiftung gingen 48 Beiträge ein. Eine sechsköpfige Fachjury vergab einen ersten, einen zweiten und drei dritte Preise.
Umweltminister Christian Meyer: „Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern. Mit ihrem Engagement unterstützen Sie die Artenvielfalt in Wäldern und an Waldrändern, leisten einen Beitrag zum Klimaschutz oder begeistern Menschen für Natur- und Umweltschutz. Die ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, wie viel vor Ort erreicht werden kann. Gerade angesichts des Artensterbens und der Folgen der Klimakrise brauchen wir dieses Engagement und die Menschen, die sich mit viel Einsatz für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen einsetzen.“
Die Preisträger des Umweltpreises
1. Preis (10.000 €): Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON)
Projekt: „Naturschutz durch Kooperation – Artenvielfalt für den Kellenberg“
Seit 2008 fördert die Stiftung die Biodiversität in einem privaten Wirtschaftswald am Kellenberg bei Melle-Buer. Dort entstanden unter anderem:
- Waldmäntel und Feldhecken
- eine zwei Kilometer lange Biotopverbundachse
- Kleinstgewässer und Totholzhaufen
- ein Fledermausstollen
Die Stiftung hat 17 Hektar erworben und weitere 18 Hektar vertraglich gesichert.
Mit dem ersten Preis ist die Herzog-Julius-Medaille verbunden. Herzog Julius von Braunschweig und Wolfenbüttel (1528–1589) vertrat als einer der Ersten das Prinzip der Nachhaltigkeit, noch vor Hans Carl von Carlowitz, und machte es zur Grundlage seiner Forstwirtschaft.

(Foto: Simona Bednarek)
2. Preis (5.000 €): Naturerlebniswerk Vierhöfen e. V.
Projekt: „Von Kugelfängen, die zu Quartieren wurden – Fledermausschutz im Naturerlebniswerk Vierhöfen“
Auf einem ehemaligen Schießstandgelände im Forst zwischen Lüneburg und Hamburg schützen Ehrenamtliche seit 2019 eine Wochenstube der Mückenfledermaus. Mit rund 920 Muttertieren gehört sie zu den größten bekannten Quartieren dieser Art in Niedersachsen. Ein Lehrpfad macht das Thema für Besucherinnen und Besucher erlebbar.

(Foto: Simona Bednarek)
3. Preise (je 2.000 €): drei Schulprojekte
- Gymnasium Mellendorf (Umweltrat): „Lebensraum Übergangszone: Moore, Klima & Artenvielfalt am Waldrand“. Seit 2020 pflegen alle fünften Klassen gemeinsam mit NABU und Hegering Wedemark jedes Jahr die Moor-Wald-Übergangszone der Hannoverschen Moorgeest und entfernen dabei aufkommenden Gehölzbewuchs.
- Elisabethschule Vechta: „Schulwald – Unterricht im grünen Klassenzimmer“. Seit 2014 wurden rund 6.800 heimische Bäume und Sträucher gepflanzt.
- Realschule Bad Bentheim: „Stärkung der heimischen Artenvielfalt – Lebensräume schaffen und erleben“. Die Naturschutz-AG hat einen 1,5 Hektar großen Schulwald von einer Monokultur in ein vielschichtiges Waldökosystem umgewandelt.
(Fotos: Simona Bednarek)
Zum selben Thema würdigte die Stiftung die 15 besten Bilder ihres Fotowettbewerbs. Die Naturfotografen Florian Möllers und Ivo Niermann wählten sie gemeinsam mit der Stiftung aus 583 Einsendungen aus. Hier geht es zu den Gewinnerfotos.
Alle Bilder zur Veranstaltung können Sie unter dem folgenden Link herunterladen: Simona Bednarek.
Fotos aus den Projekten der Umweltpreisträger (© Simona Bednarek):














